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Nach dem Juni-Brandbrief - September 2015

Nach vier Monaten können wir bereits eine wunderschöne Bilanz ziehen! Unser Brandbrief von Anfang Juni mit der Bitte um Spenden von Trockenwaren für Flüchtlinge ist in den verschiedensten Kreisen auf große Resonanz gestoßen, das freut uns sehr!

Freiwillige Helfer beim Sortieren

Ein paar Beispiele:
Bei Facebook hat sich eine Gruppe von Menschen zusammengeschlossen, um eine Warensammlung für die Tafel zu koordinieren. Sammelstellen wurden eingerichtet, die Aktion breit publik gemacht, und an zwei Wochenenden haben Tafel-Fremde (und zukünftige Ehrenamtliche!) heftig sortiert. Wir haben wenig Platz, deshalb wurde sogar eine Lagerstätte organisiert, unseren herzlichen Dank an den Sponsor!

Kirchengemeinden haben sich der Tafel-Aktion angeschlossen, indem sie Kisten aufgestellt haben, die von den Gemeindemitgliedern nach eigenem Ermessen gefüllt werden konnten und können. Eine Gemeinde kam auf die Idee, mit einem Großeinkauf in Vorleistung zu gehen, um die von der Tafel gewünschten Trockenwaren an die Gottesdienstbesucher zu "verkaufen": Geld wechselte den Besitzer, aber die Lebensmittel blieben vor Ort und wurden uns gebracht.

Mehrere Schulen haben Lehrer, Schüler und Eltern zu Spenden aufgerufen. Das Thema "Flüchtlinge in Oldenburg" floss dabei in die unterschiedlichsten Unterrichtsinhalte ein. Hoffentlich erfahren wir alle bei der Übergabe an die Tafel eine ausführliche Würdigung durch die Medienvertreter. Manches kann man schon lesen unter www.ganz-oldenburg.de und www.oldenburger-onlinezeitung.de.

Der Oldenburger Tafel e.V. ist es sehr wichtig, dass alle Oldenburger nachvollziehen können, wie notwendig eine lang anhaltende und nachhaltige Unterstützung dieser Art ist. Seit rund drei Jahren leben bereits über 1000 Flüchtlinge in Oldenburg, die aus Kapazitätsgründen und vor allem wegen Warenmangels nicht von der Tafel unterstützt werden konnten. Die üblichen, verderblichen Lebensmittel, die eine Tafel sammeln kann, also z.B. Obst, Gemüse und Backwaren, reichen aber nicht aus, um mehr Nutzer als die 4500 Menschen bisher zu versorgen. Andererseits gehören Trockenwaren nur dann zum Tafel-Sortiment, wenn sie als Sachspenden zur Verfügung gestellt werden. Darum freuen wir uns besonders, dass Aktiv+irma sich bereit erklärt hat, Sammelkörbe in den Filialen aufstellen zu lassen. Jeder Spendenwillige kann also nach dem Einkauf dort Spenden vor Ort deponieren. Ganz vielen Dank!

Zunächst haben und werden die Flüchtlinge gesondert und unbürokratisch die für sie gespendeten Waren erhalten. Die Tafel möchte aber alle Menschen gleich behandeln. Darum müssen die Flüchtlinge schnell in die bisherigen Nutzergruppen integriert werden. Gleichzeitig müssen den bisherigen Nutzern die gleichen Lebensmittel angeboten werden können. Viele von ihnen haben auch einen "Migrationshintergrund", andere kochen einfach gerne nach außereuropäischen Küchen. Mittelfristig freuen wir uns über jegliche Trockenwaren-Sachspenden, nicht nur z.B. für die arabische Zunge.

Eine Integration kann aber mangels zeitlicher und personeller Kapazität nur gelingen, wenn wir so schnell wie möglich einen vierten Ausgabetag einrichten können - sofern wir 50 neue Ehrenamtliche haben, denn so viele brauchen wir an einem Tag, um die Arbeit in fünf Teams zu schaffen.

Wir hoffen, dass die akute Notsituation von allen europäischen Ländern schnell unter Kontrolle gebracht werden kann. So wichtig die menschlichen, unbürokratischen Entscheidungen der letzten Zeit waren: es muss schnell wieder eine stabile Struktur geschaffen werden, sonst erregt die Belastung einzelner Länder den Unmut der Bevölkerung - und die Menschenwürde bleibt auf der Strecke.