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Info-Brief # 33

Jahresanfang 2014

Liebe Mitglieder und Freunde der Oldenburger Tafel e.V.!

Zum Jahreswechsel von 2013 nach 2014 wünschen wir Ihnen alles erdenklich Gute. Für die Oldenburger Tafel e.V. war es wieder ein erfolgreich routiniertes Jahr.

Öffentlichkeitsarbeit

Es wird komplizierter, Artikel in der Presse zu plazieren. Skandalmeldungen sind zwar gefragt, aber damit können wir nicht dienen. Statt dessen wundert sich die NWZ, wie viele Leser bereitwillig beim Aussetzen ihres Abos auf eine Prämie zugunsten der Tafeln in der Region verzichten, weil sie von unserem Konzept überzeugt sind. Jährlich können so gut € 10.000 an die Tafeln im Einzugsgebiet der NWZ verteilt werden, gesammelt durch sehr viele € 3-Spenden. Dank interner Vorgaben erhalten wir jedes Mal € 1.500, denn unterhalb dieser Summe würde die NWZ ja in Oldenburg kein Foto veröffentlichen.

Einen Skandal witterte ein Redakteur kurz vor Weihnachten, hatte er doch gelesen, dass es erstmals nach 18 Jahren einen Aufnahmestopp gab. Doch dann verstand er, dass wir unsere Listen überarbeiten müssen, denn die Stadt plant, den bewährten Oldenburg-Pass, den diskreten Nachweis von Bedürftigkeit, in eine Oldenburg-Card für jedermann zu überführen, deren Chip mit einem elektronischen Gerät ausgelesen werden muss. Mit der Card kann jeder Oldenburger z.B. bargeldlos Busfahren, Bücher ausleihen, Schulessen bezahlen oder eben Bedürftigkeit nachweisen. Allerdings können unsere Nutzer dann nicht mehr selbst entscheiden, wer von ihrer Bedürftigkeit erfährt.

Das Gespräch bot uns endlich die Gelegenheit, unseren Aufruf nach Ehrenamtlichen unterzubringen. Der Artikel am 11.12.13 zog mehr als 50 Anrufe nach sich; viele Menschen "schnuppern" nun in unsere Arbeit und entlasten hoffentlich zukünftig die fleißigen Ehrenamtlichen.

Kurz zuvor hatte Diabolo einen Artikel für die weihnachtliche Ausgabe erbeten:

"Wir brauchen Helfer!"
Die Arbeit der Oldenburger Tafel ist fordernd und muss auf mehr Schultern verteilt werden

Es mag regnen oder stürmen, aber die Arbeit darf nicht liegenbleiben. Weihnachtlicher Verkehr behindert die Fahrteams der Oldenburger Tafel, es herrscht permanenter Zeitdruck. Das Wetter trägt auch nicht gerade dazu bei, die Stimmung aufzuhellen. Zum Glück gibt es heißen Kaffee in der Ausgabestelle für die ehrenamtlichen Helfer. So richtig warm und gemütlich ist es dort aber auch nicht; das Vormittagsteam hat alle Hände voll zu tun. Viel Ware wird benötigt, die von vielen hilfreichen Händen sortiert, geputzt und portioniert werden will. Und trotzdem herrscht gute Laune: Scherze fliegen durch die Luft, es wird gesummt und geplaudert. Schließlich haben sich alle diese anspruchsvolle Aufgabe selbst ausgesucht, und zwar unbezahlt. Das macht man wohl nur, wenn man vom Sinn und Zweck überzeugt ist und sich im Team wohl fühlt.

Über 50 Firmen werden jede Woche angefahren. Für die Fahrteams bedeutet dies, sich ab dem frühen Morgen durch den Stadtverkehr zu kämpfen und Körbe so geschickt mit Lebensmitteln zu füllen, dass sie voll, aber noch zu heben sind und alle in den Transporter passen. Voller Tatendrang - um nicht zu sagen ungeduldig - werden die Fahrteams von den zum Sortieren bereiten Helfern in der Ausgabestelle erwartet. Mit flinken Fingern gehen alle an die Arbeit, routiniert werden die Lebensmittel begutachtet und für die Ausgabe vorbereitet. Inzwischen ist das Team der Ausgabehelfer eingetroffen, es ist fast 13 Uhr. Aber noch sind die Kühltransporter unterwegs, also hat das Mittagsteam auch noch keinen Feierabend. Schließlich soll die heute gesammelte Ware am gleichen Tag weitergegeben werden. Die Ausgabe beginnt. Alle können hören und sehen, wie sich die Nutzer über das Angebot freuen. Neugierig und schüchtern beäugen die Nutzerkinder den großen Haufen mit weihnachtlichen Päckchen, die dekorativ das Fenster zustellen. Viele Oldenburger Kinder haben ihre Spielsachen aussortiert und hübsch verpackt der Tafel anvertraut zur Weitergabe. Andächtig suchen sich die Kinder und Eltern das allerschönste Päckchen aus, voller Vorfreude auf Weihnachten. Wer denkt da noch an die mühsame Arbeit? Und im nächsten Jahr haben wir hoffentlich mehr Unterstützer!

Zum Glück ist es bereits Tradition, dass die Oldenburger Tafel Weihnachtsgeschenke von Kindern für bedürftige Kinder vermittelt. Beide Seiten waren wieder hocherfreut, sowohl die jugendlichen Spender, als auch die andächtigen kleinen Empfänger. Das Frauenhaus konnte ebenfalls bedacht werden, denn dort wird es erfahrungsgemäß voll über die Feiertage. Viele Geschenke landeten wie jedes Jahr bei Ibis e.V. zur Betreuung der Asylsuchenden. Wir bedanken uns herzlich bei der gesamten Hermann-Ehlers-Schule, unserer Patenklasse der Waldorfschule, dem Jahrgang 5 der IGS Helene Lange, den Kindern vom Borchersweg, dem Kindergarten Kranbergstrasse und den Sunshine Liners aus Westerstede.

Wie jedes Jahr waren Praktika ein großes Thema: Viele Schüler sind zwei oder drei Wochen dabei und meist sehr beeindruckt. Die letzten waren felsenfest überzeugt, das "beste Praktikum der ganzen Schule" gemacht zu haben: so abwechslungsreich, so mitten drin im sozialen Brennpunkt, so generationsübergreifend. Nur vereinzelt können wir aber Studierenden Langzeitpraktika ermöglichen, weil wir die erforderliche Stundenzahl nicht gewährleisten können.

Imagefördernd war auch die NDR-Aktion "Hand in Hand für Norddeutschland" vor Weihnachten. Die Tafelidee konnte breit gestreut und insgesamt viel Aufmerksamkeit und Anerkennung gewonnen werden. Manche Spenden wurden direkt an uns gezahlt, denn aus dem großen Topf werden nur Projekte der 189 Tafeln in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen gefördert, die explizit dargestellt werden müssen.

Im Rahmen einer kritischen Berichterstattung über die Beschäftigungsverhältnisse in der Fleischindustrie wollte ein dänisches Fernsehteam zeigen, dass es tatsächlich auch in Deutschland Armut gibt - aber auch Menschen, die helfen. Unsere Ausgabestelle diente der Illustration.

Ausstattung

Gewissermaßen ebenfalls zur Öffentlichkeitsarbeit gehört eine ganz besondere Neuanschaffung: Die Fahrteams der Oldenburger Tafel sind endlich sofort erkennbar, denn alle tragen blaue Jacken mit großem Logo auf dem Rücken (und kleinem auf der Brust). Um die Jacken ganzjahrestauglich zu machen, werden sie wahlweise mit eingeknöpfter, ebenfalls wasserabweisender Weste im Winter oder ohne Weste im Frühjahr und Herbst getragen. Im Sommer bietet sich an, nur die Weste anzuziehen. Jetzt müssen wir nur noch möglichst viele unserer Fahrer und Fahrerinnen für ein Foto zusammentrommeln...

Am 12. Januar 2014 wird die Oldenburger Tafel volljährig! Es ist tatsächlich schon 18 Jahre her, seit sich ein paar Menschen zur Gründung zusammenfanden. Kaum zu glauben, was aus den vorsichtigen und mühevollen Anfängen gewachsen ist, immer wohlwollend begleitet durch Mitglieder und Sponsoren. Mühevoll ist es natürlich immer noch, aber die vielen "Schnupperer", die sich aufgrund des Zeitungsartikels meldeten, schwärmten unisono von der entspannten, freundlichen Atmosphäre, der Gelassenheit auf beiden Seiten des Tresens, dem Engagement aller Ehrenamtlichen. Dem kann sich der Vorstand nur anschließen! Wir danken allen, die in vielfältiger Weise dazu beitragen, dass die Oldenburger Tafel erfolgreich und unabhängig arbeiten kann. Ohne die Unterstützung durch Mitglieder, Sponsoren, Spender und Ehrenamtliche könnten wir nicht jede Woche vielen Menschen helfen.

Wir wünschen Ihnen und uns ein erfolgreiches Jahr 2014!

Es grüßt Sie herzlich der Vorstand der Oldenburger Tafel e.V.