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Info-Brief # 36

Januar 2017

Liebe Mitglieder und Freunde der Oldenburger Tafel e.V.!

Sie sind hoffentlich gut ins neue Jahr gestartet – so wie wir nach unserer kurzen Weihnachtspause. Wie gewohnt hatten wir auch 2016 viel zu tun. Sie erfahren mehr in diesem Info-Brief #35.

Wie ging es weiter mit dem neuen Hauseigentümer?

Anfang 2016 holperte es noch, denn das Mietverhältnis litt unter Versäumnissen des alten Vermieters, was zu Mietausfall für den neuen Eigentümer führte. Aber wir hatten einen starken Partner an unserer Seite: Rechtsanwalt Siebecke ist seit Monaten pro bono für uns tätig - dafür unseren ganz großen Dank! Über die Zeit gewann der Vermieter die Erkenntnis, es sei für ihn vorteilhaft, uns als Mieter zu halten. Damit steht einer Mietverlängerung über 2018 hinaus nichts mehr im Wege.

Warenakquise

Dank der stetigen Unterstützung vieler Oldenburger konnten wir unser Sortiment nachhaltig erweitern. Neben den Tafel-üblichen verderblichen Lebensmitteln, die von den vielen Fahrteams montags bis freitags mit 2 Kühltransportern bei etwa 85 Firmen eingesammelt werden, haben wir nun immer Haltbares im Angebot. Das Spektrum reicht von Reis und Nudeln über Dosentomaten und Gewürze bis zu Hygieneartikeln und Windeln. In vielen Supermärkten und Kirchengemeinden stehen Boxen, in die jeder kleine Mengen spenden kann; genauso funktionieren „Kauf-eins-mehr“-Aktionen wie die unseres Sponsors Lions Club Oldenburg Lappan. Aber auch Familien + Privatleute bringen Lebensmittel vorbei oder sammeln Geld im Freundeskreis, um für uns einzukaufen.

Stimmung

Diese gespendeten Waren kommen natürlich allen Nutzern zugute, was zu Dialogen geführt hat, die auch zukünftig - anders als bei anderen Tafeln - Ruhe und Harmonie vor der Tür versprechen: „Alle reden von den Flüchtlingen, an uns denkt keiner mehr!!“ „Aber Du hast doch Reis bekommen, den hast Du doch den Flüchtlingen zu verdanken, ohne sie hätte die Tafel doch gar keinen Reis!“
Noch stolpern wir manchmal über Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede, aber alle sind lernwillig und werden von den sprach- (arabisch/kurdisch/farsi + deutsch) und kulturkundigen (Syrien/Irak/Iran + Deutschland) geflüchteten Ehrenamtlichen geschult. Anfangs kam sogar der Kartoffeldöner-Mann Hani Al Hay und hielt den meist jugendlichen Geflüchteten eine wortreiche, arabische Standpauke zum Thema Respekt und Schlange-Stehen; aber auch wir Ehrenamtliche wurden von ihm zu weniger Nachsicht und mehr Strenge ermahnt… Danke, Hani!

Jubiläum

Nach 20 Jahren war es wirklich Zeit, dass ein ganz großer Dank an all die fleißigen, belastbaren, zuverlässigen, teamfähigen, pünktlichen, wetterresistenten und immer fröhlichen Ehrenamtlichen ging! Unseren 20. Geburtstag feierten wir gemeinsam im Theater Laboratorium im August. „Des Kaisers neue Kleider“ überraschte mit erstaunlich-improvisierten Bezügen zur Tafelarbeit und hat allen Spaß gemacht. Anschließend delektierten sich die Ehrenamtlichen am Büffet von Rossini, das deshalb so üppig ausfiel, weil die Küchenmannschaft auf ihr Gehalt verzichtete und ehrenamtlich gearbeitet hatte! Und es war sehr lecker! Bis in den späten Abend wurde gelacht, geredet und 140 Namen mit Gesichtern in Verbindung gebracht, denn im Alltag laufen sich die wenigsten über den Weg. Auf unserer Facebook-Seite und in der Ausgabestelle gibt es viele fröhliche Fotos.

Hilfsaktionen

Seit vielen Jahren laufen unsere Kinder-Hilfsprojekte verlässlich; immer wieder werden von anderen Vereinen Anträge an uns gestellt, z. B. in Bezug auf eine Nachmittagsversorgung von Kindern durch die Umstellung auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen; alle Anträge werden sehr kritisch vom Vorstand hinterfragt und geprüft.
Neben den langjährigen Bücherspenden der SelbstLosStiftung, über die sogar ein Video in Arbeit ist, hat Bültmann & Gerriets zum zweiten Mal einen Buchpatenaufruf gestartet: Tafelkinder malen etwas zu ihrem Lieblingsbuch, Paten spendieren dieses Buch zu Weihnachten. Unsere Weihnachtstaschen konnten noch weihnachtlicher mit Süßem und Nüssen gefüllt werden, da wir nun ständig haltbare Lebensmittel im Angebot haben.
Bereits Tradition haben unsere Weihnachtspäckchen von Kindern für Kinder, doch diesmal standen wir in Konkurrenz zu vielen Nachahmern. Ein Lob gilt den sozialen Netzwerken - unglaublich, aus wie vielen Quellen so viele liebevoll gepackte Päckchen in Windeseile nachgeliefert wurden!! Und zum Jahresende konnten wir den Weihnachtsbrunch für Wohnungslose am 24.12. in der Bahnhofsmission finanziell und mit Sachspenden ausstatten.

Öffentlichkeitsarbeit

Viele Oldenburger haben 2016 unsere Tafel neu wahrgenommen dank der Kommunikation über Facebook und unseres neuen Internetauftritts www.oldenburger-tafel.de. Anlässlich runder Geburtstage wurden Spenden gesammelt und damit OLTA vorgestellt, und das häufig in Kreisen, die sich mit Bedürftigkeit nicht befassen müssen - das allein ist uns schon Gold wert. Andere Tafeln wurden aufmerksam auf unsere Sortimentserweiterung, eine wertvolle Information, weil damit die Stimmung unter den bisherigen Nutzern positiv blieb, nicht nur gegenüber Geflüchteten, auch in Bezug auf politische Parolen.
Wir profitieren von zugewiesenen Bußgeldern der Staatsanwaltschaften und des Finanzamts für Fahndung und Strafsachen. Kleine und große Spenden, z.B. aus der NWZ-Abo-Spende an alle 10 Tafeln aus der Region, beruhigen uns, dass unser finanzielles Fundament durch die vielen Sachspenden nicht geschmälert wurde.
Kleine Zusatzinfo: Bewährungsstrafen haben oft Geldauflagen zur Folge; Geldstrafen gehen an den Staat, Geldbußen werden von Staatsanwälten und Richtern an viele karitative Einrichtungen verteilt.
So viele jüngere Schüler waren noch nie bei uns fleißig in den Schulferien. Viele begleiten ihre „aktiven“ Eltern und sammeln erste Erfahrungen zum Ehrenamt. Schüler mehrerer Schulen leisten ihr Sozialpraktikum ab, die Jugendgerichtshilfe schickt Sozialstundenleister, außerdem kommen Langzeitpraktikanten, OLTA wird stark genutzt im Uni-Modul Service Learning, andere Studenten recherchieren für die unterschiedlichsten Zwecke (und reisen dafür sogar aus den Niederlanden an) – und mit all den Spendenbringern sind praktisch ständig Externe im Haus. Ein besonderer Dank gilt darum den nervenstarken Teamleiterinnen und allen anderen Ehrenamtlichen, die geduldig und gut gelaunt viele Fragen beantworten.
Ohne die so wichtige Rückenstärkung durch Mitglieder, Sponsoren, Spender oder eben Ehrenamtliche könnten wir nicht seit mehr als 20 Jahren verlässlich ungefähr 9000 Menschen in Oldenburg unterstützen und gleichzeitig verzehrfähige Lebensmittel vor der Vernichtung retten. Das wollen wir weiterhin leisten und schaffen!

Wir wünschen Ihnen und uns ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2017!

Es grüßt Sie herzlich der Vorstand der Oldenburger Tafel e.V.