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Info-Brief # 37

Januar 2018

Liebe Mitglieder und Freunde der Oldenburger Tafel e.V.!

Wir wünschen Ihnen und Euch allen ein gesundes Jahr 2018! Unsere Weihnachtspause war kurz, und auch 2017 gab es viel zu tun für mehr als 130 Ehrenamtliche.

Neuer Hauseigentümer

Nach einigem Hin und Her und zurückgezogener Versprechen wegen der „geerbten“ Ärgernisse, die der vorherige Eigentümer verursachte, konnten wir im Sommer endlich eine Mietvertragsverlängerung über weitere 10 Jahre, also bis Mai 2028, unterschreiben. Die defekte Ölheizung wurde zwar durch eine Gasheizung ersetzt, leider aber versäumt, die alten, leergelaufenen Heizkörper auszutauschen, die nun im ganzen Haus nach und nach durchrosten und Ärger stiften.

Sachspenden

Über das ganze Jahr erhielten wir viele Trockenwaren, die nach dem Brandbrief 2015 durch die Facebook-„Spendengruppe für die Oldenburger Tafel“ und die Graf-Anton-Günther-Loge organisiert werden. Niemand hätte wohl damit gerechnet, dass deren Aktion so erfolgreich werden könnte. Unser Dank gilt vor allem den Paten der Sammelboxen, die bei allen aktiv+Irma-Märkten und ein paar weiteren Geschäften stehen und von spendenwilligen Oldenburgern üppig gefüllt werden. Dank zuverlässiger Leerung und Lieferung zur Ausgabestelle sind wir sehr entlastet und einfach nur dankbare Empfänger. Großartig!

Auch in vielen Kirchengemeinden stehen weiterhin Boxen, in die Besucher kleine Mengen spenden können; ähnlich funktionieren „Kauf-eins-mehr“-Aktionen wie die unseres Sponsors Lions Club Oldenburg Lappan. Aber auch Familien bringen Lebensmittel vorbei oder sammeln Geld im Freundeskreis, um für uns einzukaufen. Und wir können wirklich alles gebrauchen.

Stimmung

Ganz offensichtlich bedingt durch unser erweitertes Sortiments herrscht (auch politisch) Ruhe unter unseren Nutzern - anders, als bei einigen anderen Tafeln, wo die gleiche Menge Lebensmittel an mehr Menschen verteilt wird. Geflüchtete mit Bleibestatus werden in unsere üblichen Gruppen eingereiht. Bei anderen Geflüchteten ist der Status noch ungeklärt, außerdem hapert es noch an Deutschkenntnissen. Diese ca. 350 Personen nutzen am Freitag die Ausgabestelle.

Die immer wichtiger werdende Notwendigkeit kurzer, klarer Wege in der Kommunikation angesichts der großen Zahl von Ehrenamtlichen hat den Vorstand veranlasst, Kontakte zur Universität zu suchen. Geplant ist, Studierende des Masterstudiums Organisation und Personal zu gewinnen, um über zwei Semester unsere Abläufe zu analysieren und Änderungsvorschläge auszuarbeiten. Wir danken dem Lions Club für die Kontakte und Unterstützung dabei!

Hilfsaktionen

Unsere vielen Kinder-Hilfsprojekte werden weiter stark nachgefragt. Rückmeldungen belegen den Bedarf und die große Dankbarkeit. Dennoch bleibt der Vorstand sehr kritisch in der Beurteilung. Vorteile sind, dass Kindern gesunde, saisonale Ernährung näher gebracht wird, und dass wir den Verpflichtungen als mildtätiger Verein nachkommen und Spendengelder zeitnah verwenden.

Über die langjährigen Bücherspenden der SelbstLosStiftung haben wir ein Video auf unsere Homepage gestellt. Auch zur Freude der Initiatoren vom Bodensee enthält es eine lange Passage über die Oldenburger Tafel e.V., denn viele Tafeln lehnen die Bücherspenden ab wegen der Bildungsferne der Nutzer; wir dagegen sind Großabnehmer. Auch Bültmann & Gerriets unterstützt erneut unsere Arbeit. Kinder malten Bilder zu Wunschbüchern, an den Adventswochenenden wurden Spenden gesammelt, und viele aussortierte Schulbücher haben den Weg zu uns gefunden. Solche für Berufsschulen haben wir an Ibis e.V. für Sprachkurse weitergegeben.

Auch 2017 haben wir unsere Weihnachtstaschen für die Nutzer sehr weihnachtlich mit Süßem und Nüssen gefüllt. Wenn jemand beim nächsten Mal miterleben möchte, wie 1200 Taschen in drei Stunden gepackt und verstaut werden: kommen Sie am Montag vor Weihnachten vorbei.

Bereits Tradition haben unsere Weihnachtspäckchen von Kindern für Kinder. 2016 mussten wir erleben, dass viele Päckchen ihren Weg statt zu uns in andere Einrichtungen fanden. Doch 2017 konnten wir erfolgreich kommunizieren, dass wir viel mehr Kinder zu versorgen haben: weit mehr als 900 Kinder bis 14 Jahren stehen in unserer Liste. Dank besonderer Spenden der EWE Baskets und Otto Waalkes konnten auch bedürftige Großeltern Geschenke für die Enkel erhalten.

Und wie jedes Jahr konnten wir den diesmal vorgezogenen Weihnachtsbrunch für Wohnungslose in der Bahnhofsmission mit Sachspenden für bunte Teller und die Kaffeetafel ausstatten.

Bundesverband

Im Zusammenschluss mit vielen anderen Tafeln, ausgehend von Niedersachsen, haben wir uns erfolgreich gegen die vom BV geplante Vorgabe gewehrt, unseren eingeführten Namen ändern zu müssen in „Tafel Oldenburg“; inklusive einer Änderung unseres Logos. Für uns „Dissidenten“ ist ein derartiger bundesweit einheitlicher Markenauftritt von untergeordneter Bedeutung.

Öffentlichkeitsarbeit

Auch 2017 stieß die Arbeit der Oldenburger Tafel e.V. auf großes Interesse bei Menschen, die wir zuvor nicht erreicht hatten, hilfreich ist dabei die Kommunikation über Facebook. Auch alle, die dort nicht registriert sind, können über unsere Website www.oldenburger-tafel.de daran teilhaben.

Spenden wurden oft anlässlich runder Geburtstage gesammelt und damit unsere Arbeit ins Bewusstsein der Gäste geholt. Hervorheben möchten wir drei Gastgeber „unseres“ Lions Clubs Oldenburg Lappan, die gemeinsam mit 225 Gästen ihre runden Geburtstage feierten und € 10.000 für unsere Tafelarbeit gesammelt haben!

Wir profitieren jedes Jahr von zugewiesenen Bußgeldern der Staatsanwaltschaften und des Finanzamts für Fahndung und Strafsachen. Kleine und große Spenden, z.B. aus der NWZ-Abo-Spende an alle 10 Tafeln aus der Region, beruhigen uns, dass unser finanzielles Fundament durch die vielen Sachspenden nicht geschmälert wurde.

Wie jedes Jahr hatten wir sehr viele Praktikanten. Schüler aller Schulstufen, auch aus Sprachlernklassen, leisten ihr Sozialpraktikum ab. Dazu kommen einige Langzeitpraktikanten, viele Studierende des Moduls Service Learning und Sozialstundenleister über die Jugendgerichtshilfe. Aber auch Politiker wollen uns kennenlernen. Wer bereit ist, 5 Stunden mitzuarbeiten, ist i.d.R. herzlich willkommen, z.B. MdL Ulf Prange oder MdB Stephan Albani. Abgelehnt haben wir nur eine Anfrage, begründet mit der Charta des Bundesverbands gegen Rassismus und Rechtsextremismus. So wichtig wir diese Öffnung nach außen finden, so sehr kann jeder Externe natürlich die Ehrenamtlichen belasten. Wir danken darum den Teamleitungen und allen anderen Ehrenamtlichen, die geduldig und gut gelaunt viele Fragen beantworten - und dabei mit flinken Fingern weiterarbeiteten.

Auch nach unserem 22. Geburtstag am 12.01.18 wollen wir gerne unsere Arbeit so weiterführen: jede Woche 9000+ Menschen unterstützen und Lebensmittel vor der unnötigen Vernichtung bewahren. Darum danken für die andauernde Unterstützung und wünschen Ihnen und uns ein erfolgreiches Jahr 2018!

Es grüßt Sie herzlich der Vorstand der Oldenburger Tafel e.V.